Albanien mit Kindern: unser ehrlicher Reisebericht

Zuletzt aktualisiert: 05.12.2025

Albanien – für viele klingt das noch nach Abenteuerurlaub. Vielen ist der aktuelle Hype um das Land, vor allem um den Süden, schon bekannt. Ich war 2024 zum ersten Mal mit Kindern in Albanien. Wir wollten Sonne, Meer und einfach mal wieder ein neues Land entdecken. Damals war schnell klar, dass das nicht unser einziger Besuch dort bleiben würde. Anfang November 2025 sind wir wieder ins Flugzeug gestiegen, um Albanien im Herbst zu besuchen. In diesem Albanien Reisebericht erzähle ich euch von wunderschönen Stränden, chaotischen Autofahrten, Überraschungen und mehr.

Wanderung zum Blue Eye im Süden Albaniens

Anreise nach Albanien: Mit Wizz Air von Memmingen nach Tirana

Diesmal sind wir vom Flughafen Memmingen mit Wizz Air nach Tirana geflogen. Der Flug war mit 35€ pro Person ein echtes Schnäppchen.

Schon am Flughafen hieß es leider, es gäbe technische Probleme. Nach langer Wartezeit durften wir zwar boarden, saßen dann aber noch einmal eineinhalb Stunden im Flugzeug, bis wir endlich starten konnten. Der Flug selbst verlief ruhig, und nach knapp 1,5 Stunden landeten wir in Tirana.

Sonnenuntergang über den Alpen

Anschließend holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren direkt nach Durrës, wo wir unsere erste Unterkunft gebucht hatten. Durrës liegt eine knappe halbe Stunde von Tirana entfernt direkt am Meer. Da wir die Stadt schon von unserer ersten Albanien-Reise kannten, freuten wir uns sehr darauf, auch diese Reise wieder dort zu beginnen.

Albanien Reisebericht: Durrës

Unsere Ferienwohnung lag nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Sie war gepflegt, hatte zwei Badezimmer, eine gut ausgestattete Küche und sogar Meerblick.

Blöderweise gab es keine Handtücher. Man hat sie vermutlich vergessen, da ja sonst alles super ausgestattet war. Wären wir länger dort geblieben, hätten wir beim Vermieter nachgefragt und sicherlich welche bekommen. Die eine Nacht konnten wir aber auch ohne Handtücher überbrücken. Der Ehrlichkeit halber wollte ich es in diesem Albanien Reisebericht aber zumindest erwähnen.

Meerblick

Leider funktionierte das WLAN in der Ferienwohnung nicht. Da die Unterkunft zwar gut ausgestattet war, insgesamt aber nicht das Gelbe vom Ei, kann ich sie euch nur eingeschränkt empfehlen. Für ein, zwei Nächte ist sie völlig okay. Wenn ihr länger in der Stadt bleiben wollt, ist sie wahrscheinlich nicht ideal.

Albanien Reisebericht Tag 1: Sonne, Strand und gutes Essen in Durrës

Am nächsten Morgen ging es direkt an den Strand. Schon früh war es angenehm warm – T-Shirt-Temperatur im November! Ich habe mir in einem Hotel einen Kaffee geholt, die Kinder haben Muscheln gesammelt und gespielt.

Badewetter 🙂

Unsere Freunde, die ebenfalls in Albanien Urlaub machten, kamen dann irgendwann dazu, und wir hatten einen herrlich entspannten Tag am Meer. Weil es so schön warm war, waren wir sogar mehrmals im Meer. Das war wirklich der perfekte erste Ferientag.

Zum Mittagessen gab es Muscheln, Pizza und frische Salat. Das Essen aber unglaublich lecker. Und obwohl wir direkt am Strand waren, waren die Preise absolut in Ordnung. Am Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Saranda, unserem Hauptziel im Süden Albaniens.

Auf dem Weg von Durres nach Saranda

Fahrt nach Saranda: Abenteuer auf der Passstraße

Unser Navi lotste uns über die Bergroute, die landschaftlich wunderschön ist, aber offiziell nicht über unsere Mietwagenversicherung abgedeckt war. Ich merkte das erst unterwegs, als es schon dunkel war. Ein bisschen mulmig war mir schon, aber die Straße war gut ausgebaut, und wir kamen sicher an. Die einzige Sorge: „Lass jetzt hier oben bitte nichts passieren oder mit dem Auto sein…“.

Unsere Ferienwohnung in Saranda

Unsere Unterkunft in Saranda war fantastisch: groß, sauber, mit zwei Balkonen und stabiler WLAN-Verbindung. Hier fühlten wir uns auf Anhieb wohl. Wenn ihr eine Ferienwohnung in Saranda sucht, kann ich euch diese auf jeden Fall empfehlen. Die Lage ist super, um die Umgebung zu erkunden und mitten im Trubel zu sein. Ringsherum gibt es zahleiche Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Restaurants und Cafés.

Albanien Reisebericht: Saranda mit Kindern – Stadt, Strand und Bootstour in Saranda

Unser erster voller Tag in Saranda war wettertechnisch durchwachsen. Trotzdem haben wir uns auf Entdeckungstour gemacht: Spaziergang durch die Altstadt, Besuch einer kleinen Markthalle, frisches Obst und Gemüse und ein gemütliches Picknick am Strand.

Markthalle in Saranda

Am Nachmittag kam uns irgendwann der spontane Gedanke, dass wir eine Bootsfahrt machen könnten. Da die Saison schon vorbei war, war an den Ständen der Anbieter wenig los. Irgendwann fand sich dann aber jemand, den wir sogar zu einer individuellen Tour überreden konnten. Wir wollten ja keine Schnorcheltour machen und an verschiedenen Stellen anhalten, sondern einfach nur entspannt an der Küste entlangfahren. Für 50€ fuhren wir dann auf die gegenüberliegende Seite zu Bunkern in einer Landzunge und zu einer Höhle.

Kleine Bootsfahrt in Saranda

👉 Tipp: Rettungswesten anziehen, bevor ihr ins Boot steigt! Unser Bootsführer ist sofort losgefahren – ohne große Einweisung und ohne die Möglichkeit, den Kindern vor Abfahrt Schwimmwesten anzulegen. Das Erlebnis war aber großartig: klare Buchten, versteckte Bunker und weite Ausblicke auf die Küste.

Das Blue Eye: ein magischer Ort

Am nächsten Tag wollten wir unbedingt das berühmte Blue Eye Albania (Syri i Kaltër) besuchen. Die Wanderung dorthin lohnt sich sehr – besonders in der Nebensaison, wenn kaum Touristen da sind.

Endspurt auf dem Weg zum Blue Eye

Am Parkplatz gibt es kleine Stände mit frischem Saft und Snacks. Dort haben wir uns mit unseren Freunden getroffen und sind dann gemeinsam losgewandert. Das erste Stück der Wanderung führt über eine Straße. Am Ende geht es kurz querfeldein durch ein Waldstück. Dann stößt man auch schon bald auf die beeindruckende Quelle, aus der rund 6000 Liter pro Sekunde sprudeln. Der Blick in das ca. 50 Meter tiefe Blue Eye erklärt, woher die Quelle ihren Namen hat, denn von oben sieht es wirklich aus wie ein Auge. Das Blue Eye war definitiv eines der Highlights auf unserer Reise und ist das auch hier im Albanien Reisebericht. Auch die Kinder fanden es sehr faszinierend.

Ein Blick in das ca. 50m tiefe Blue Eye

Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem Restaurant an. Dort gönnten wir uns einen Cappuccino. Für die Kinder gab es Eis. Obwohl der Kaffee nicht sonderlich gut war, empfehle ich euch, dort einzukehren. Von der Terrasse aus hat man nämlich einen wunderschönen Blick auf die glasklare Bistrica – dem Fluss, der aus dem Blue Eye entspringt.

Hier unbedingt einkehren!

Lost Place & Waldbrand am Blue Eye

Hinterher machten wir noch kurz an einem Lost Place Halt. In der Gegend rund um das Blue Eye gab es im August 2025 einen Waldbrand – erst vor Ort am Lost Place fiel uns auf, dass wir uns genau dort befanden. Die verkohlten Bäume und Sträucher boten einen tristen Anblick, besonders in Kombination mit dem verfallenen Gebäude und einem Bunker. Ein Kakibaum sorgte, an dem wir dann frische Früchte pflückten, sorgte für ein Kontrastprogramm, das einfach allzu typisch für Albanien ist.

Frische Kaki vom Baum

Abends erwartete uns in Saranda noch ein traumhafter Sonnenuntergang. Richtig magisch… und mit der Flagge auf dem Bild vielleicht sogar ein bisschen kitschig!

Albanien Reisebericht: Ksamil mit Kindern – Traumstrand, Katzenbiss, Hand of Ksamil

Am nächsten Tag ging es für uns nach Ksamil, den bekanntesten Badeort im Süden Albaniens. Auf diesen Ausflug hatten wir uns extrem gefreut!

Badewetter am Ksamil Beach

Das Wetter war traumhaft: Sonne, 23 Grad und türkisblaues Meer. Wettertechnisch hat sich Ksamil also von seiner besten Seite gezeigt! Den Vormittag haben wir am Ksamil Beach, einem öffentlichen Strand, verbracht. Dort waren wir im Wasser, haben die Sonne genossen und viele, viele Fotos gemacht. Weil die Saison vorbei war, war einfach nichts los – ein echtes Privileg, denn im Sommer findet man an Ksamils Stränden kaum genug Platz für sein Badetuch…

Hand of Ksamil

Doch der Besuch von Ksamil in der Nebensaison hat auch seine Schattenseiten… Denn es ist wirklich nichts mehr los. Gar nichts. Die Restaurants und Beach Clubs haben geschlossen. Das erschwert nicht nur die Suche nach einem leckeren Essen, sondern macht auch den Strandbesuch zu Herausforderung. Da die ganzen Beach Clubs ihr Gelände abgesperrt hatten, mussten wir einen großen Umweg laufen, um zur Hand of Ksamil zu gelangen…

Dort machten sich wiederum die Vorteile der Off-Season in Albanien bemerkbar, denn es gab keine Touristenmassen und keine Warteschlangen. So konnten wir in Ruhe Videos und Fotos der Hand of Ksamil machen.

Im Sommer gibt es hier lange Warteschlangen

Kleine Panne am Strand

Leider wurde die Tochter unserer Freunde am Ksamil Beach von einer Katze gebissen. Einen kleiner Ärzte- und Telefonmarathon später war klar: Das Tollwutrisiko in Albanien ist dermaßen gering, dass es im Land keinen Impfstoff gibt und auch in Deutschland keine Impfung erfolgen würde. Um eine Infektion, die bei Katzenbissen durchaus vorkommen kann, zu verhindern, bekam die Kleine aber ein Antibiotikum.

Fun Fact: Während meine Freundin mit ihrer Tochter beim Arzt war, fesselte sich ein anderes Kind mit einem Kabelbinder die Handgelenke zusammen. Da die Stadt wie ausgestorben war, mussten wir ziemlich lange mit dem gefesselten Kind durch Ksamil laufen, um Hilfe zu finden. Zum Glück sind wir irgendwann auf einen Arbeiter gestoßen, der Bäume stutzte. Er zwickte den Kabelbinder mit einer Astschere durch. Was für eine Situation – irgendwie ein Paradebeispiel für das Reisen mit Kindern 😉.

Albanien Reisebericht: Rückfahrt von Saranda nach Durrës

Am nächsten Tag checkten wir gleich morgens aus unserer Unterkunft in Saranda aus und machten uns auf die Fahrt zurück nach Durrës. Ganz bewusst habe ich mich dieses Mal für die Bergstraße entschieden, denn man nennt sie auch the scenic route. Durch die Dunkelheit hatten wir bei der Fahrt in den Süden nichts gesehen. Das wollten wir nachholen.

Gut ausgebaute Bergstraße

Die Fahrt war angenehm und vor allem deutlich entspannter als im Dunkeln. An manchen Stellen haben wir spontan angehalten, um die Aussicht zu genießen. Nach rund drei Stunden kamen wir dann am Ziel an. Obwohl es erst Mittag war, durften wir schon unsere Ferienwohnung in Durrës beziehen.

Zweite Unterkunft in Durrës: super für einen kurzen Aufenthalt

Die Wohnung ähnelte der ersten Ferienwohnung in Durrës. Sie war sauber, gepflegt und sehr gut ausgestattet. Für einen längeren Aufenthalt würden wir sie aber nicht buchen. Das liegt aber vor allem an der Lage im Süden der Stadt – ziemlich außerhalb. Ringsherum ist nicht viel los, die Gegend ist nicht das Gelbe vom Ei. Um ins Gebäude zu kommen, mussten wir durch einen stark heruntergekommenen Hinterhof. Auch das Gebäude selbst war nicht gut in Schuss. Bitte nicht falsch verstehen: An der Wohnung selbst gab es eigentlich nichts auszusetzen, so richtig gefunkt hat es aber nicht.

Ausflug nach Golem

Unsere Freunde hatten eine Ferienwohnung in Golem gebucht. Der beliebte Urlaubsort liegt etwa zehn bis 15 Minuten südlich von Durrës. Für ein gemeinsames Abendessen haben wir unsere Freunde dort besucht. Leider war Golem – ähnlich wie Ksamil – wie ausgestorben. Überall gab es Baustellen und abgesperrte Hotelanlagen.

Bunker am Golem Beach

Ein Restaurant fanden wir erst nach langer Suche. Es lag leider nicht am Strand, aber das Essen war sehr lecker und preislich total okay.

Als wir nach dem Essen eine etwas weitere Strecke zurück zum Auto liefen wurden wir von zwei Straßenhunden begleitet. Beide Hunde waren freundlich. Das Problem: Wir mussten durch eine sehr unbelebte Gegend laufen, in der auch Reviere anderer Hunde lagen. Immer wieder kam es zu lautstarken Begegnungen. Irgendwann ging dann eine Horde kleinerer Hunde auf unsere Begleiter los. Weil sich einer der Hunde hinter uns versteckte, waren wir vor der Eskalation kurze Zeit mitten im Revierkampf – kein gutes Gefühl…

Straßenhunde in Albanien: Was ihr wissen solltet

👉 Mein ehrlicher Tipp:

Wenn ihr Angst vor Hunden habt, ist Albanien wahrscheinlich nicht das richtige Reiseziel für euch. Hunde sind dort allgegenwärtig. In der Regel sind sie freundlich, aber: Es sind Tiere, die frei herumlaufen und die zum Teil auch traumatisiert sein können. Das macht sie unberechenbar. Grundsätzlich kommen die Hunde nur in die Nähe von Menschen, um vielleicht ein bisschen Futter und Zuneigung abzustauben, dennoch ist es besser, sie weitgehend zu ignorieren, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Mehr allgemeine Tipps zum Land findet ihr in diesem Artikel: Lohnt sich Albanien mit Kindern?

Albanien Reisebericht: Abreisetag

Unser letzter Tag begann mit Regen. Wir wollten eigentlich noch an den Strand, entschieden uns dann aber für die frühzeitige Rückfahrt nach Tirana. Am Flughafen gönnten wir uns noch einen Snack bei KFC und warteten auf den Rückflug.

Hoffentlich bis bald!

Unser Koffer hatte etwas zu viel Gewicht, doch die Dame am Schalter, sagte mit einem Augenzwinkern: „It´s okay, don´t worry.“ Kurz vor der Sicherheitskontrolle trafen wir dann wieder auf unsere Freunde und gingen alle gemeinsam zum Gate. Unser Flug mit Wizz Air startete pünktlich und war sehr angenehm. Doch nachdem der Pilot verkündet hatte, dass wir in den Landeanflug gehen, passierte irgendwie nicht mehr viel. Wir flogen Schleifen, eine ganze Weile lang, bevor dann eine weitere Durchsage kam: Wegen schlechter Sichtverhältnisse in Memmingen sei keine Landung möglich, es würde wohl zu einer Umleitung nach Nürnberg oder Stuttgart kommen…

Fabelhaft! Sofort machte sich Sorge breit: Wie sollten wir nach Hause kommen? Und was war mit unserem Auto, das ja in Memmingen stand?

Als wir dann irgendwann landeten – übrigens in Friedrichshafen am Bodensee -, standen vorm Flughafen bereits Busse bereit, um uns nach Memmingen zu fahren. Das Ganze war super organisiert, so dass wir im Endeffekt einfach nur mit gut 90 Minuten Verspätung in Memmingen ankamen und dann wie geplant heimfahren konnten.

Fazit zu unserem Albanien Reisebericht

Albanien hat uns wieder einmal begeistert. Ja, manches läuft dort chaotisch, und vieles ist anders als zuhause. Doch genau das macht den Reiz aus. Wir hatten tolle Strände, gutes Essen, gastfreundliche Menschen und unvergessliche Erlebnisse.

Für Familien mit Kindern ist Albanien definitiv ein Geheimtipp – besonders in der Nebensaison, wenn alles ruhiger, günstiger und authentischer ist.

Wir werden wieder nach Albanien reisen, ganz sicher. Denn ein tolles Ziel im Nordosten steht noch ganz dick auf unserer Bucket List: der Shala River! Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, wenn euch unser Albanien Reisebericht gefallen hat und folgt mir unbedingt auch auf Instagram!


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