Urlaub mit Kindern – unser Italien Trip 2021 nach Rimini und an den Gardasee

Im Lockdown brauchte ich dringend einen Lichtblick, und nichts stimmt mich freudiger als das Buchen eines Urlaubs. Zu dem Zeitpunkt war mir egal, ob der Urlaub tatsächlich stattfinden würde oder nicht. Ich wollte einfach mal wieder planen, organisieren und mich freuen. Gesagt, getan. Um die Chancen zu erhöhen, dass wir in den Bayerischen Pfingstferien zumindest ein bisschen rauskommen, habe ich mich entschieden, zwei Unterkünfte zu buchen: Für die erste Woche eine Ferienwohnung an der Adria und für die zweite Woche unseren liebsten Campingplatz am Gardasee. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Das Reisen nach Italien war mit wenigen Einschränkungen möglich!

Vorbereitungen und Testpflicht

Ursprünglich war unsere Abfahrt nach Italien für die Nacht von Sonntag auf Montag geplant. Wir fahren immer gerne in der Nacht, weil die Kinder da die meiste Zeit schlafen und wir somit gut vorankommen. Dieses Jahr war das so aber leider nicht möglich. Wir brauchten nämlich einen Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden sein durfte.

An dieser Stelle möchte ich mal kurz meinem Frust Raum bieten: Zum Zeitpunkt unserer Abreise lag der Inzidenzwert noch so hoch, dass ein negatives Testergebnis für das Einkaufen und für Restaurantbesuche nötig war. Aber warum um alles in der Welt gibt es dann keine Anbieter, die auch am Wochenende Tests anbieten? Ein Test von Samstagmittag wäre zwar denkbar gewesen, hätte sich dann bei der Fahrt etwas verzögert, hätten wir vielleicht an der Grenze umkehren müssen. Nein danke.

Glücklicherweise war unser Gastgeber in Rimini total freundlich und hat uns die Anreise am Samstag, also zwei Tage früher, ermöglicht. So konnten wir gemütlich am Freitagnachmittag testen und Samstagmorgen losfahren.

Die Fahrt

Ich hatte wirklich Angst davor, tagsüber zu fahren. Durch die Ausgangssperre, die zum dem Zeitpunkt in Bayern, Österreich und Italien noch galt, fiel die Nachtfahrt aber raus. Wider Erwarten waren die Kinder im Auto total brav, so dass wir mit ein paar Stopps zügig fahren konnten.

Ich liebe die Fahrt nach Italien ja total und habe es genossen, mir die Landschaft auch mal wieder tagsüber anzusehen. Auf dem Weg nach Italien passieren wir zuerst München und fahren dann in Kiefersfelden über die Grenze, halten uns Richtung Innsbruck und fahren dann über den Brenner. Wohin das Auge reicht, ziehen sich auf dieser Strecke beeindruckende Berge, Burgen, Schlösser, Kirchen und Berghöfe – vom Alpenvorland bis ins Trentino.

Mit Kindern ist die Fahrt natürlich nervenaufreibender als ohne Kinder. Als Beschäftigung im Auto haben wir deshalb immer unser Amazon Fire Kinder Tablets, viele Bücher, Malutensilien und Schleichfiguren dabei. Dazu wird gesunden, Hörbuch gehört und zwischendurch geschlafen.

Kontrolliert wurden wir nicht, aber selbstverständlich haben wir unsere negativen Testergebnisse sowie unser Einreiseformular mitgeführt.

 

Erstes Ziel: Miramare di Rimini

Strand in Miramare di Rimini mit Blick auf Cattolica

Ein Urlaub in Miramare ist für mich immer auch eine Reise in die Vergangenheit. Als Kind habe ich zahlreiche Urlaube dort verbracht, denn meine Mama hat Miramare geliebt. Dort hat sie 1972 zum ersten Mal das Meer gesehen und die Liebe zum Meer ist ihr nicht nur geblieben, nein, sie hat sich an mich weitergegeben.

Früher waren wir immer im Hotel. Erst im Mulazzani, dann im Hotel Terminal. Mit vier Kindern ist es aber weder einfach noch günstig, während der Saison ein Hotelzimmer zu finden. Außerdem dachte ich, mit einer Ferienwohnung stünden die Chancen auf die Durchführbarkeit des Urlaubs trotz Corona besser.

Unsere Ferienwohnung in Miramare bei Rimini war geräumig, sauber und sehr schön. Ein kleiner Garten und die Nähe zum Strand haben die Sache abgerundet. Wir waren total zufrieden und werden sicher nochmal in dieses Apartment reisen.

Der Strand in Miramare

So leer hatten wir beide den Strand noch nie gesehen

Am ersten Abend wäre ich fast vom Glauben abgefallen: Es herrschte gähnende Leere am Strand – war das wegen der Pandemie oder sollte die Saison erst später starten? Wir haben die ersten Tage am Meer sehr genossen – es war schön, den Adriastrand auch mal ohne Sonnenliegen, die in Reih´ und Glied stehen, zu sehen. Kurz vor unserer Abreise lief es aber ein wenig an. Es kamen immer mehr Gäste, die Strandbars öffneten langsam aber sicher ihre Pforten und das altbekannte Treiben stellte sich ein.

Ausflüge in Rimini und Umgebung

Wir wollten natürlich vor allem eines: im Meer baden. Doch es ist uns wichtig, dass unsere Kinder zumindest ein wenig Geschichte und Kultur erleben, weshalb wir ein paar kleine Ausflüge mit den Kindern geplant haben. Diese drei waren besonders schön und wir empfehlen sie Familien mit Kindern deshalb gerne weiter:

Gradara – Hauptstadt des Mittelalters

Der wohl putzigste Ort der Stadt

Gradara liegt ebenfalls in der Provinz Rimini und ist knapp 20 Minuten von Miramare entfernt (von Rimini knapp 10 Minuten mehr). Den Beinamen „Hauptstadt des Mittelalters“ trägt Gradara nicht umsonst, denn es handelt sich dabei um ein Burgdorf. Über eine kleine Passstraße gelangt man auf den Berg und kann das Centro Storico Gradara kostenlos besuchen.

Gradara bietet traumhafte Aussichten. Auf der anderen Seite sieht man bis zur Adria.

In der Burganlage warten wunderschöne Café und einige Souvenirläden. Muss ich erwähnen, dass unsere drei kleinen Ritter und Burgfräulein jeweils Schwert und Schild aus Holz bekommen haben? Wir haben uns dann noch für eine Führung durch die Burg selbst entschlossen und wurden nicht enttäuscht: Beeindruckende Räume und noch viel beeindruckendere Aussichten haben uns dort erwartet. Wir empfehlen einen Besuch von Gradara in den frühen Abendstunden. Erstens ist dann schon ein bisschen weniger los und zweitens sorgt der beginnende Sonnenuntergang für eine ganz besondere Atmosphäre.

San Marino – die älteste und kleinste Republik der Welt

On top of the world.

Ich war als kleines Kind schon einmal in San Marino und Mamas alte Fotoalben sind voll mit Bildern der Altstadt von San Marino. Dieses Erlebnis wollte ich den Kindern nicht vorenthalten. Die Fahrt von Miramare bis San Marino nahm knapp 30 Minuten in Anspruch, wir konnten aber ganz oben parken, so dass wir nur noch den Lift nehmen mussten, um ins Centro Storico San Marino zu gelangen.

In San Marino gibt es viel zu sehen. Neben den Türmen, die als Wahrzeichen der Republik gelten, gibt es einige Museen und Kirchen, die man gesehen haben sollte. Auch wenn man mit Kindern natürlich nie so viel Kultur machen kann, kann man San Marino mit Kindern sehr gut besuchen. Für sie gibt es hinter jeder Ecke etwas zu entdecken, seien es Felsen oder abenteuerliche Wege. Besonders beeindruckt waren unsere Kleinen von der tollen Aussicht.

Der Rundweg ist traumhaft schön.

Als besonderes Schmankerl bietet das Tourismusbüro San Marino ein Tagesvisum an. Da die Mini-Republik zur EU gehört, ist das natürlich nicht nötig. Eigentlich handelt es sich auch gar nicht um ein Visum, sondern nur um eine Briefmarke mit einem tagesaktuellen San Marino Stempel darauf. Doch in einer Zeit, wo es für Europareisen keine Sichtvermerke mehr im Reisepass gibt, wollten wir diesen einen Stempel mitnehmen. 5€ kostet der Spaß.

So sieht das „Visum“ im Reisepass aus.

Rimini Altstadt

Rimini war lange als Partymetropole bekannt. In den 70ern hat es sich zu einer Hochburg für junge Leute entwickelt, die feiern, trinken und einen draufmachen wollten. Mittlerweile trifft das nur noch teilweise zu und das Centro Storico Rimini hat für Menschen jeden Alters einiges zu bieten. Da wir noch vor Saisonstart dort waren, hatten ein paar Landmarks noch nicht geöffnet, aber wir hatten dennoch einen tollen Tag.

Wenn ihr dort seid, solltet ihr auf jeden Fall den Augustusbogen (Arco di Augusto) besuchen. Der Triumphbogen ist das Tor zur Altstadt und erinnert noch heute an die gewaltige Macht des Römischen Reiches. Am Hafen steht das Riesenrad von Rimini. Als wir dort waren, wurde es gerade erst wieder fertig aufgebaut, aber eine Fahrt darin – direkt am Meer – stelle ich mir toll vor!

Riminis beeindruckender Triumphbogen – der Arco die Augusto

Wir haben uns die Zeit in Rimini hauptsächlich auf Spielplätzen vertrieben. Ich liebe es allgemein sehr, im Ausland Spielplätze zu besuchen, weil die Kinder dort immer Einheimische kennenlernen und sich mit diesen so schön verständigen. Das finde ich sehr bereichernd.

Zweites Ziel: Peschiera del Garda

Der traumhaft schöne Lago di Garda

Früher hieß Urlaub für mich: Hotel mit mindestens Halbpension. Aber mal ehrlich, wer kann ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Kindern wirklich auskosten? Und wenn das Essen zu Stress ausartet, hat das für mich nichts mehr mit Entspannung zu tun. Immer öfter mieten wir deshalb Ferienwohnungen oder Mobilheim auf Campingplätzen.

Unser liebster Campingplatz für Familien

Mittlerweile haben wir schon einige Plätze besucht, aber das Del Garda Village in Peschiera des Garda ist unser klarer Favorit. Autos dürfen dort nur an wenigen Stellen fahren, so dass die Kinder sich ziemlich frei bewegen können. Viele kleine Spielplätze sorgen für Zeitvertreib und Abwechslung.

Außerdem gibt es zwei Poolanlagen mit vielen Rutschen für Groß und Klein. Jeder Poolbereich hat ein Nichtschwimmerbecken und ein Schwimmerbecken. An der großen Poolanlage findet auch die Tagesanimation statt – ob Mini Club oder Sport für Jedermann ist bestens gesorgt. Selbst ich als bekennender Animations-Muffel habe dort schon bei Yoga- und Zumba-Stunden mitgemacht! Wer es trotzdem ruhiger mag, sucht einfach die zweite Poolanlage in der Nähe der Bungalow-Siedlung auf – dort findet kein Programm statt und man kann die Ruhe genießen.

Eine der Poolanlagen – ganze vier Rutschen bietet dieses Nichtschwimmerbecken

Warum ein Mobilheim?

Mir ist es wichtig, dass wir im Urlaub niemanden stören und unseren Rückzugsort haben. Ich möchte kochen können und bei einem längeren Aufenthalt auch gerne in den „eigenen vier Wänden“ duschen, keinen öffentlichen Sanitärbereich aufsuchen.

Mobilheime bieten ausreichend Platz, selbst für uns mit vier Kindern. Im Del Garda Village hat außerdem jeder eine kleine Terrasse mit Sitzgelegenheiten. Die Wege sind kurz und die Atmosphäre familiär-freundlich.

Gardasee mit Kindern

Das Gebiet rund um Peschiera del Garda ist für seine wunderschönen Sonnenuntergänge bekannt. Wir waren jetzt schon so oft dort und wurden nicht ein einziges Mal enttäuscht. Ein traumhaftes Spiel aus Licht, Wasser und Wolken sorgt allabendlich für ein faszinierendes Ambiente – wer Sonnenaufgänge bevorzugt, sollte sich eine Unterkunft auf der anderen Seite des Sees suchen.

Die schönsten Sonnenuntergänge

Unser Campingplatz liegt direkt am See. Von den Mobilheimen aus handelt es sich um gute zehn Minuten Fußweg bis zur Promenade. Genau dort, wo der Weg die Promenade erreicht, kann man ein SUP mieten oder einen SUP-Kurs buchen. Wer im Gardasee baden möchte, muss nur links abbiegen und landet nach ein paar Minuten an einem kleinen Steinstrand. Dort geht es flach ins Wasser, so dass auch Kinder im Gardasee baden können. Ja, der See erinnert an dieser Stelle sogar an das Meer. Was könnte schöner sein? Am Strand kann man Liegen mieten oder sich einfach einen freien Platz auf dem Boden suchen. Am Kiosk gibt es frische Getränke und auch einige Snacks.

Der Badestrand in der Nähe des Campingplatzes

In den Abendstunden lohnt sich ein Spaziergang in das schöne Peschiera del Garda. Aus dem Staunen kommt man dort so schnell nicht heraus. Aber mal ehrlich: Jede Stadt am Lago di Garda hat ihren eigenen Reiz. Die Auswahl an Ausflügen ist also unbegrenzt.

Auf dem Weg von Peschiera del Garda zurück zum Campingplatz

 

Ausflüge um den Gardasee

Die Region um den Gardasee bietet viele Ausflugsmöglichkeiten für Familien, allen voran natürlich das Gardaland. Von solchen Freizeitparks nehmen wir im Urlaub Abstand, wenn ich ehrlich bin. Es gibt doch so viel zu erleben, wozu dann viel Geld im Freizeitpark lassen? Ich verstehe aber all diejenigen, die diese Orte besuchen. Ich denke, da lautet die Devise einfach: Im Urlaub lassen wir es mal richtig krachen!

Um den Gardasee herum kann man auch viele schöne Radwanderungen oder Wanderungen machen. Wir planen im nächsten Jahr eine Wanderung auf den Monte Baldo – dafür sollen die Kinder aber ein bisschen größer sein.

Tipps für die Heimreise

Wer über den Brenner nach Hause fährt, kann auch auf dem Heimweg noch einiges erleben. Wir bauen beispielsweise gerne einen Stopp am Caldonazzo See im Trentino ein und gehen dort noch eine Runde schwimmen. Das Panorama ist der Wahnsinn: Berge mit schneebedeckten Kuppen, atemberaubende Sonnenuntergänge und glasklares Wasser. Wir essen dann immer noch eine schnelle Pizza am See und machen uns dann an die Heimreise. Auch Innsbruck bietet Möglichkeiten für einen Zwischenstopp – vielleicht sogar über Nacht?

Der Lago di Caldonazzo im Trentino

Wir reisen von unserem Urlaubsziel immer am frühen Nachmittag ab und verbringen dann den restlichen Abend dort, wo es uns gut gefällt. Wenn der Abend hereinbricht, nehmen wir dann die letzte große Etappe.

Nächstes Ziel: Frankreich

Für den Sommer planen wir eine Reise an die französische Atlantikküste. Da die Fahrt sehr lang ist, bleiben wir vorher zwei Nächte in Paris. Hinterher verbringen wir dann noch drei Nächte in Burgund. So sehen wir mehr vom Land und machen gleichzeitig eine kleine Rundreise – wir freuen uns sehr darauf. Unsere Unterkünfte sind wieder Campingplätze, die wir meist über Vacansoleil buchen. Zur Routenplanung und zum Urlaub werde ich dann separate Artikel erstellen.

Ich hoffe, ich konnte ein paar gute Inspirationen teilen und freue mich über Rückmeldungen 😊

Eine Antwort zu “Urlaub mit Kindern – unser Italien Trip 2021 nach Rimini und an den Gardasee”

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: