Quality Time: Mutter-Tochter-Kurztrip nach Österreich

Ja, wir haben es gewagt und Papa mit den drei Kleinen alleine zu Hause gelassen. Ich wusste, Papa würde das rocken. Ein wenig leid tat er mir aber trotzdem – momentan können einen die Kleinen richtig fordern. Die Reise alleine mit der Großen war mein Geschenk zu ihrer Firmung. Diese sollte eigentlich schon 2020 stattfinden, wurde aufgrund der Pandemie aber verschoben. Eigentlich wollte ich mit ihr auf das Super Bloom Festival in München fahren, aber dieses fand dann leider auch 2021 nicht statt. Wir hoffen, 2022 klappt es dann!

Eines unserer Highlights – der Tappenkarsee

Plan B: Ein Wochenende in Barcelona

What? In der Überschrift stand doch Österreich? Richtig, aber gebucht war eigentlich ein Wochenende in Barcelona: Ein wenig Sightseeing, viel Shopping und ein bisschen Badeurlaub – nur die Große und ich. Leider mussten wir diese Reise stornieren, und zwar aus zwei Gründen. Erstens, weil unsere Flüge verschoben wurden – von drei fast vollen Tagen blieb dadurch nur etwas mehr als ein Tag. Einer der Flüge wurde dann sogar komplett gestrichen. Außerdem hätte Emma nach der Rückkehr in Quarantäne bleiben müssen – eine Regelung, die zwar pünktlich zu unserem Wochenende aufgehoben wurde, uns vorher aber bereits dazu bewegt hat, einen Plan C zu finden.

Plan C: Kleinarl im Salzburger Land

Damit so wenig wie möglich dazwischenkommen konnte, haben wir uns für einen Kurztrip nach Österreich entschieden. Drei Hotels waren dabei im engeren Rennen, entschieden haben wir uns für den Hanneshof in Kleinarl.

Unser wunderschönes Bett im Hanneshof Kleinarl

Der Hanneshof

Durch Staus und Baustellen hat die Fahrt nach Kleinarl relativ lange gedauert. Es ist unfassbar, wie entspannt so eine Fahrt sein kann, wenn keine kleinen Kinder im Auto sitzen und nörgeln! Somit wurde schon die Anreise zum perfekten Start in unser Wochenende zu zweit. Im Hotel angekommen wurden wir freundlich begrüßt und gleich auf unser Zimmer gebracht – wow! Unsere Erwartungen waren hoch, aber der Hanneshof hat uns doch sprachlos gemacht. Das Vier-Sterne-Hotel verbindet österreichische Tradition und Modernität gekonnt. Die liebevollen Details, die an jeder Ecke zu finden waren, haben uns besonders verzaubert.

Auch das Essen war ein Genuss. Fünf-Gänge-Menü am Abend, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und ein wunderbar reichhaltiges Frühstück mit Honig frisch aus der Wabe – einfach klasse.

Schon das Lesen der täglich wechselnden Menükarte ist ein Hochgenuss!

Und auch die restlichen Angebote des Hotel Hanneshof haben uns begeistert: Kostenloser Fahrradverleih (E-Bikes gegen Aufpreis), Außenpool, Hallenbad, Familiensauna, Wellnessbereich, Touren-Beratung und so vieles mehr… Leider konnten wir nicht alles davon nutzen, weil wir ja nur ein Wochenende dort waren. Ich würde sagen, das schreit nach einer Wiederholung!

Drei Tage Kleinarl – das haben wir erlebt

Obwohl drei Tage kurz sind, konnten wir beiden richtig viel erleben. Da die kleinen Geschwister zu Hause waren, mussten wir ja keinerlei Leerlauf entstehen lassen und konnten die Tage voll ausnutzen.

Zeit für den Pool

Gleich nach unserer Ankunft haben wir den Außenpool unsicher gemacht. Wir hatten ja wirklich das beste Wetter erwischt! Das Highlight am Außenpool ist natürlich der Blick auf die Berge – die Liegeflächen sind terrassenförmig bergauf neben dem Pool platziert und wer oben liegt, kann das Panorama noch besser genießen.

Der Hanneshof Außenpool mit Bergpanorama

Auch der Innenpool, den wir am zweiten Tag besucht haben, war wunderschön. Durch die verglaste Außenwand sieht man auch von dort aus die Berge und kann das Panorama auch bei Schlechtwetter wunderbar genießen.

Das Hallenbad im Hanneshof Kleinarl lässt keine Wünsche offen

Wandern in Kleinarl

An Tag 2 haben wir uns den Wecker auf sieben Uhr gestellt, damit wir ganz früh frühstücken und loswandern konnten. Ich habe zwar die Komoot App, habe diese aber nicht gebraucht. Stattdessen haben wir an der Rezeption gefragt, wo wir parken könnten, um zum Tappenkarsee zu wandern. Dabei wurden uns sogar noch Wanderstöcke zum Ausleihen angeboten.

Wanderung zum Tappenkarsee

Die Natur genießen am Tappenkarsee

Mit dem Auto fuhren wir dann zu Jägersee. Von dort aus ging es über eine kleine Mautstraße weiter zum Parkplatz. Für den Weg auf dieser Straße mussten wir 6€ bezahlen. Zwar hätte man das Stück vom Jägersee zum Parkplatz auch wandern können, doch hatten wir auf den Rat der Dame im Hotel gehört: Beim Wandern an der Straße entlang gibt es nicht viel zu sehen, außerdem staubt es ziemlich, wenn Autos vorbeifahren.

Je höher man kommt, desto schöner wird die Aussicht über den Jägersee

Als wir die Wanderung begonnen haben, war es noch ordentlich frisch, aber schon bald kam die Sonne durch und wir waren fasziniert von der traumhaften Natur. Auch Emma hat es sehr genossen. Je weiter man aufsteigt, desto schöner wird die Aussicht. Die Wanderung zum Tappenkarsee hält außerdem etwas ganz Besonderes bereit: einen Wasserfall, der vom Tappenkarsee hinunter ins Tal geht – eine atemberaubende Kulisse für Fotos, Reels oder einfach zum Genießen.

Wasserfälle auf dem Weg zum Tappenkarsee: Vor der Kulisse musste die Große natürlich ein paar Turn-Fotos machen

Für den Aufstieg, bei dem man knapp 570 Höhenmeter zurücklegt, haben wir knapp zwei Stunden gebraucht, allerdings mit diversen Foto- und Genusspausen. Die Schönheit des Tappenkarsees kann man nicht in Wort fassen, aber ich denke, die Bilder sprechen für sich – oder? Zur Belohnung gab es auf der Tappenkarseehütte noch einen Kaiserschmarrn und einen Almdudler für uns beide. Bald darauf haben wir mit dem Abstieg begonnen – für Emma stand nämlich noch ein Schnelltest in Radstadt an… Nach einer guten Stunde waren wir wieder unten.

Alle paar Meter warten die schönsten Kulissen auf einen

Für die Wanderung zum Tappenkarsee ist eine gute Kondition erforderlich. Außerdem sollte man feste Schuhe tragen und trittsicher sein. Schotter, Wurzeln und größere Steine machen den Untergrund teilweise zur Herausforderung.

Wanderweg auf der Tappenkarseealm

Wanderung auf dem Shuttleberg Flachauwinkl-Kleinarl

Wer im Hanneshof eincheckt, bekommt die Gästekarte Wagrain-Kleinarl. Mit dieser Karte kann man einige Freizeitaktivitäten kostenlos oder vergünstigt nutzen. Dazu zählen auch Bergbahnen. So kann man in Wagrain mit Rabatt auf den Berg fahren oder den Sessellift in Kleinarl komplett kostenlos nutzen.

Ich fahre gar nicht gerne Lift, aber manchmal lohnt es sich einfach, die Arschbacken zusammen zu kneifen 😉

An unserem Abreisetag wollten wir morgens auf jeden Fall auf den Shuttleberg hoch – ohne festes Ziel, einfach mal schauen, wohin uns die Reise führt. Und irgendwie kam es dann dazu, dass wir wieder wandern gingen. Die Schüttalm sollte unser Ziel werden. Der Weg war steil – an einem Punkt hätten wir uns für eine etwas längere, dafür aber weniger steile Route entscheiden können. Für die zwölfjährige Sportskanone war das natürlich keine Option… also ging es weiter bergauf.

Irgendwo zwischen der Schüttalm und dem Mooskopf

Als wir an der Schüttalmhütte waren, entschlossen wir uns spontan dazu, nochmal eine halbe Stunde weiter zu marschieren – auf den Mooskopf in fast 2.000 Metern Höhe! Ganze 460 Höhenmeter hatten wir also zurückgelegt. Zurück zur Schüttalm wurden wir übrigens von zwei freilaufenden Kühen begleitet!

Aussicht vom Mooskopf aus – auf fast 2.000m Höhe

Auf der Hütte haben wir uns dann man wieder mit einem Kaiserscharrn belohnt und – wow! – wer zur Schüttalm wandert, darf sich den Kaiserschmarrn im Berggasthof Schüttalm auf keinen Fall entgehen lassen!

Weltbester Kaiserschmarrn mit frischen Bio-Eiern im Berggasthof Schüttalm

Bei schönstem Wetter haben wir uns dann wieder auf den Weg zum Sessellift gemacht. Am Fuße des Shuttleberges haben wir dann noch Mitbringsel für die Daheimgebliebenen bei Intersport gekauft.

Unser Fazit: Das perfekte Ziel für Wanderer und Familien

Für uns steht fest, dass wir wieder nach Kleinarl möchten. Gerne wieder nur die Große und ich, vielleicht auch mit der Siebenjährigen im Gepäck. Wir wollen aber unbedingt auch mal mit der ganzen Familie nach Kleinarl reisen. Die Almen in der Umgebung haben so viel für Familien zu bieten. Ich denke da speziell an den Geisterberg in St. Johann im Pongau oder an den Grafenberg in Wagrain.

Wie wir das umsetzen, weiß ich noch nicht. Normalerweise sind wir ja eher Low Budget unterwegs und Low Budget war dieser Kurztrip eher nicht – zu zweit machbar, zu sechst eher nicht… Wer hat Vorschläge, günstig mit Familie im Salzburger Land unterzukommen – am liebsten natürlich direkt in Kleinarl oder Wagrain?

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